Diplomatisches Ping-Pong

Alles ist noch ganz frisch im Referendariat, aber eines muss man direkt am Anfang lernen: mit Terminen zu jonglieren.
Der eine Seminartag jede Woche sorgt dafür, dass das Unterrichten in einigen Klassen keinen Sinn machen würde, weil von den drei Stunden die Woche zwei am Montag gehalten werden. Außerdem übschneiden sich permanent meine beiden Fächern in den Klassen, in denen eigener Unterricht für den Einstieg ganz gut wäre. Dazu kommen die Wünsche der jeweiligen Fachleiter, die doch gerne hätten, dass wir in Fach 1 am Montag und Mittwoch Unterricht machen und in Fach 2 Mittwoch und Freitag.
Warum?
Weil sie an den anderen Tagen selbst Unterricht hätten und das ja viel zu viel Probleme bereiten würde, den Unterricht wann anders nachzuholen.
Entschuldigung, aber ich kann doch nicht von der Schulleitung meiner Schule erwarten, den ganzen Stundenplan umzukrempeln, um Wünschen von Außenstehenden gerecht zu werden?!
Und auch die weitere Vorausplanung gestaltet sich schwer.
„Den Kurs würde ich Ihnen nicht empfehlen, das ist nix für ne Lehrprobe“
„Uff. Naja, der Kurs ist jetzt auch nicht so prall“
„Machen Sie erstmal die Kleinen. Aber für die Lehrprobe brauchen Sie unbedingt nen Kurs“. Ja ach ne!

Wir sind wie Ping-Pong Bälle, hin und her geworfen zwischen Studienseminarterminen, Fachleiterwünschen, den einzelnen Stunden der abgeordneten Lehrer und zwischen dem allgemeinen Schulstundenplan und immer darum bemüht, möglichst diplomatisch den jeweiligen Wunsch an den anderen heranzutragen, in der Hoffnung, dass es umsetzbar ist.
Und so ganz nebenbei sollen wir dann doch bitte auch fabelhafte Stundenentwürfe schreiben und genauso fabelhafte Stunden halten.

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3 Gedanken zu „Diplomatisches Ping-Pong

  1. Wie sehr mir das bekannt vorkommt. Dieser ganze Mist, dass einem das Seminar Klassen blockiert, dann natürlich die ewigen Überschneidungen im Stundenplan zwischen den Fächern, und die lieben Lehrer, die einem durch die Blume zu verstehen geben, dass sie einen nicht so uunbedingt im Kurs möchten. Ganz toll.
    Die Hilflosigkeit wird einem wirklich von Anfang an eingetrichtert, und das wird nur noch dadurch gesteigert, wie man sich angesichts der Fachleiter und -lehrer zur Nachbesprechung der Unterrichtsbesuche fühlt.

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