Alles digital oder was?

Gestern sorgte folgender Tweet für einige Aufregung:

Ich habe ihn gelesen. Vollständig. Und auch die Kommentare und Reaktionen auf Twitter verfolgt.
Bei einigen Abschnitten saß ich etwas ratlos davor, bei anderen habe ich zustimmend genickt. Zum Beispiel dort, wo Herr B. von seinem Eintritt in Twitter und vom Kennenlernen des #EdchatDE erzählt. Eine große, laute und bunte neue Welt, die viele Möglichkeiten aufzeigt.
Deshalb mag ich das als Anlass nehmen, mal meine eigenen Gedanken dazu auszuformen und mitzuteilen.

Ganz zu Beginn war ich der Meinung, dass ich das alles mal ausprobieren muss im Unterricht. Inzwischen bin ich an dem Punkt, dass ich vieles gerne mal ausprobieren würde, wenn es sich denn anbietet. Ich mag hier bewusst nicht von Mehrwert sprechen. (Dazu wurde hier bereits geschrieben, nachdem eine Snapchat-Unterrichtsidee auf Twitter diskutiert wurde.)
Denn für mich kann sich Arbeit mit digitalen Medien in mehrerer Hinsicht anbieten:
– es kann die Selbstständigkeit der Schüler schulen
– es kann und darf auch einfach mal zu Motivationszwecken eingesetzt werden
– es kann schlicht und einfach manche Arbeit erleichtern
– es kann Arbeit an bestimmten Themen aus der Schule hinaus verlagern
– es kann den Umgang mit digitalen Medien ausbilden
– und im besten Fall kann es auch -sinnvoll eingesetzt- zum vertiefenden Verständnis der Thematik beitragen

Um noch einmal auf den Artikel von Herr B. zurückzukommen:
„Meine erste Frage lautet: Brauchen wir die Digitalisierung wirklich?
Meine zweite Frage lautet: In welchem Umfang brauchen wir sie überhaupt?
Meine dritte Frage lautet: Beschäftigen wir uns mit den falschen Themen?“

Das sind die drei Fragen, die aufgeworfen werden und die wohl nicht so ganz einfach zu beantworten sind.
Mein erster Impuls war: klar brauchen wir Digitalisierung. Alleine schon aus den oben genannten Gründen.
Mein zweiter Impuls war: brauchen? wieso denn brauchen? Die Digitalisierung ist doch schon längst da. Nicht unbedingt in der Schule, aber im Alltag. Und soll Schule nicht an die Lebenswelt der Schüler anknüpfen?
Daran schließt sich auch die zweite Frage an. Natürlich soll Schule an die Lebenswelt anknüpfen, aber es kommt auf den Umfang und die Umsetzung an. Wenn Schüler im Alltag nur noch selten ein Buch in die Hand nehmen, sollte dann Schule nicht ein Raum sein, wo sie genau das mal wieder tun müssen und dürfen? Knüpft das nicht genauso an die Lebenswelt an, wie Instagram, Facebook und Snapchat?
Die dritte Frage steht für mich etwas im luftleeren Raum, weil sie grundsätzlich auf vieles bezogen werden kann. Deshalb habe ich sie mit der Frage nach dem was bleibt verknüpft. Bildschirmfoto 2016-04-15 um 21.03.30

Für mich hat Herr B. die Frage eigentlich bereits beantwortet:
am Ende bleiben hoffentlich Schüler, die mit den ihnen zur Verfügung stehenden Medien kommunizieren können. Und zwar genau so, dass solche Gedanken wie in seinem Artikel formuliert, reflektiert und kritisiert werden können.

 

Ich bin noch nicht lang dabei – weder auf Twitter, noch in der Schule, noch bei der Thematik der Digitalisierung. Es mag auch sein, dass ich den Beitrag völlig falsch verstanden habe, aber ich bin ja hier, um zu lernen und zu reflektieren. Deshalb wollte auch ich meine Eindrücke und Meinungen zu dem Artikel ausformulieren, statt sie nur im Kopf hin und her zu wälzen 🙂

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „Alles digital oder was?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s