Die Reise zum Lehrer-Ich (Teil 2)

Den ersten Teil könnt ihr hier finden!
Da ich inzwischen noch etwas mehr Unterrichtserfahrung sammeln durfte, kommt hier jetzt mal ein Update.

Frage 1: Wie stelle ich mir allgemein guten Unterricht vor? 
An dieser Antwort hat sich bisher nichts geändert. Ich habe lediglich lernen dürfen, dass meine Ansprüche da durchaus hohe Ziele sind. Und die nicht gerade einfach zu erreichen sind.

Frage 2: Wie sehe ich mich als Lehrer? Welche Stärken und welche Schwächen habe ich? 

menschlich
+ freundlicher Umgang mit den Schülern, aufgeschlossen, organisiert, Spaß beim Unterrichten, gute Beziehung zu den Schülern, humorvoll (ja, ich kann auch mal lachen, wenn Schüler Unsinn erzählen/machen und finde das sogar sehr wichtig!)

– noch etwas unflexibel, wenn Veränderungen im Ablauf auftreten; unsicher beim Durchgreifen in der Klasse (da muss ich dringend ein für mich passendes System finden. Ich arbeite dran.), nicht immer voll konzentriert bei der Sache

methodisch/didaktisch
+ Schülereinbezug, Konsequenz bei vergessenen Hausaufgaben; Tafelbild (bis auf einige wenige Buchstaben, bei denen ich aufpassen muss, damit sie richtig lesbar sind – gerade in der Fremdsprache enorm wichtig), Lob vergeben

– manchmal dürfte der Unterricht etwas abwechslungsreicher und weniger lehrerzentriert sein (hat viel mit der Problematik rund um die Disziplin zu tun), Schüleraktivierung und Ergebnissicherung muss stärker fokussiert werden

Frage 3: Welche Kriterien in der Unterrichtstätigkeit sind mir besonders wichtig (sortiert nach Wichtigkeit) und inwieweit kann ich diese (schon) umsetzen (Skala 1-10)? 

1. Umgang mit Störungen und Disziplinproblemen /Konsequenz  (5/10)
2. Feedback geben/Anerkennung und Lob (7/10)
3. Nähe-Distanz bzw. professionelles Verhalten (5/10)
4. Spaß am Unterrichten (8/10)
5. Schülerorientierung (4/10)
6. Geduld (5/10)
7. fachliches Wissen (7/10)
8. Struktur/Organisation/Zuverlässigkeit (7/10)
9. Objektivität bei Beurteilung und Bewertung (6/10)
10. didaktische Reduktion / Binnendifferenzierung (3/10)

 

Frage 4: Was erwarte ich von meiner Ausbildung während des Referendariats? 

Ich erhoffe mir allgemein erstmal ehrliche und konstruktive Kritik zu meinem Unterricht, aber auch zu mir selbst. Aber auch ein gewisses Maß an Hilfestellung bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung, gerade was größere Stoffeinheiten betrifft. Und das vor allem im Deutschunterricht, da dort thematisch eine deutlich größere Freiheit herrscht, mit der man erst mal umgehen lernen muss.

–> Das erwarte ich noch immer! In Französisch wurden meine Erwartungen dahingehend bisher stets erfüllt. Ich bekomme direkt nach dem Unterricht Rückmeldung und darf selbst reflektieren, was gut und was nicht so gut lief und vor allem auch, woran es denn jeweils lag. Darüber hinaus bekomme ich den Notizzettel der jeweiligen Lehrer mit in die Hand, sodass ich bei der nächsten Unterrichtsvorbereitung eine Art Checkliste habe, worauf ich achten muss.
In Deutsch muss ich das noch stärker einfordern. Ich kriege Unterstützung, wenn ich sie brauche. Da kann ich mich nicht beschweren, aber dieses eigene Reflektieren kommt zu kurz. Aber auch das wird sicher noch anders!

 

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Immerhin hilft die Reflexion hier und mit den Mentoren enorm, zu erkennen, woran gearbeitet werden muss. Und wenn ich das weiß, dann kann ich das auch tun.

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7 Gedanken zu „Die Reise zum Lehrer-Ich (Teil 2)

  1. Das klingt doch schon ganz gut! 🙂

    Bei Binnendifferenzierung bin ich auch immer etwas überfragt, zumal ich bis jetzt immer noch nicht verstanden habe, wie dann am Ende alle auf dem gleichen Stand sein sollen, um eine Leistungsüberprüfung zu schreiben, die eben dasselbe von allen Schülern verlangt, und nicht noch mal binnendifferenziert wird. An der Uni beantwortet das einem ja auch niemand so leicht: „Sie müssen UUUNBEDINGT binnendifferenzieren, um jedem Schüler gerecht zu werden!“ – „Ja, und … in der Klausur?“ – „Leistungsüberprüfungen sind ein anderes Thema!“ <.<
    Und die ganze Geschichte ist noch so modern, dass es das zu meiner Schulzeit auch nicht gab – da waren es eben dieselben Aufgaben, dasselbe Niveau für alle. Mhpf.

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    1. Genau an dem Punkt scheitere ich auch immer wieder. Gerade wenn am Ende zentrale Prüfungen stehen wir im Deutschabitur. Vorher wird binnendifferenziert und am Ende müssen ja doch alle die gleiche Leistung erbringen. Da hat mir bisher noch nie jemand zufriedenstellend sagen können, wie das funktionieren soll…

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  2. Ich finde es sehr gut, dass du das für dich so aufschlüsselst. Ich denke ich klaue mir dein Schema und beantworte das auch mal für mich. (: Ich hoffe ja, dass wir neuen Referendare an der Schule auch zu Selbstreflexion angehalten werden, dann mix ich die Schemata einfach. 😉 Ich bin schon sehr gespannt.

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