Portfolio – alles Schwachsinn oder was?

Tja. Das liebe Portfolio.
Das ist so ein Phänomen bei uns im Studienseminar.
Der Jahrgang vor uns hätte es ausfüllen können, es war aber keine Pflicht. Wir sollen es ausfüllen und schließlich auch Portfoliogespräche führen. Das Ganze soll unserer Reflexionskompetenz dienen. Also an sich ist das eigentlich ne gute Sache.
Wenn man es denn ernst nehmen würde.
Und damit meine ich sowohl die Referendare als auch die zuständigen Fachleiter.
Gleichzeitig ist der verpflichtende Aspekt auch ne schwierige Kiste.
Jemanden dazu zwingen, zu reflektieren und das in diesem bestimmten Rahmen mit auszufüllenden Zetteln ist eben nicht so einfach. Und schon gar nicht effektiv.

Ich habe deshalb tatsächlich die entsprechenden Blogbeiträge mitgehabt. Die Fachleiterin war ganz begeistert und auch etwas verwundert.
„Ach, Sie reflektieren das tatsächlich so genau in regelmäßigen Abständen?“
Naja. Ich versuche es zumindest.
Jedenfalls konnten wir dann anhand der aufgeführten Punkte einiges besprechen und haben im Gespräch festgestellt, dass der letzte Eintrag (der ja nun schon ne ganze Weile her ist) dringend einer Überarbeitung bedarf.

Wenn ich ganz ehrlich bin, konnte ich das Gerede über Reflexionskompetenz und so weiter damals im Studium nicht so ganz ernst nehmen. Das lag aber auch daran, dass es weder praktisch unterlegt, noch irgendwie geübt wurde. Und auch jetzt bin ich noch der Meinung: man kann es damit auch übertreiben!
Aber es ist und bleibt ein wichtiges Instrument, um sich selbst weiterzuentwickeln. Gerade im Referendariat ist die Kompetenz sehr wertvoll, denn nicht immer ist jemand da, der einem sagen kann, wie dieses oder jenes lief.
Also falls sich hier mal zukünftige Referendare her verirren: nehmt das Angebot an.
Auch wenn ihr nicht müsst. Schafft euch eine Möglichkeit, euch selbst zu reflektieren. Mit Punktesystem, Stichpunkten oder irgendwie anders. Aber dokumentiert euren Weg. Das wird euch helfen!

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5 Gedanken zu „Portfolio – alles Schwachsinn oder was?

    1. Naja. So halb Pflicht. Abgegeben müssen wir es aber auch nicht.
      Ja, wir haben da richtig nen Vordruck bekommen. Im Großen und Ganzen steht da das drin, was ich auch aufm Blog hab zur Reflexion.

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  1. Also diese Portfolios sind doch wohl mehr Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen als alles andere. Unsere Refs müssen sie anfertigen, auf Gedeih und Verdeib. Seiten über Seiten sind zu füllen. Am Ende des Refs: Mülltonne. Als hätten die Armen nich schon genug zu leisten. Von einem Kollegen aus Sachsen haben wir vernommen, dass sogenannten Studienbriefe zu verfassen sind. Zu vorgegebenen Themen haben die Refs Ausarbeitungen vorzunehmen, mit denen gewisse Fachleiter als Eigenleistung hausieren gehen. Unglaublich. 🙈
    Was wir ausklammern wollen, ist die Reflexion. Enorm wichtig, zu jeder Zeit des Berufslebens und leider etwas, was so manch einem älteren Kollegen leider verloren geht. Ob man nun über ein Portfolio reflektiert oder anders artig, egal. Hauptsache man tut es. LG aus dem Lehrercafe

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    1. Also bei uns ist es halt so semi-verpflichtend. Abgeben müssen wir sie jedoch nicht. Unsere Seminarleitung war der Meinung, dass das doch „zu persönlich“ ist. Bei uns wird die Reflexion jedoch in den Mittelpunkt gestellt. So weit, dass eine gelungene Reflexion nach einer nicht so gelungenen Stunde durchaus die Note wieder rausreißen kann!

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