Es wird wieder ernst…

…denn der erste Unterrichtsbesuch steht an.

Ich schrieb hier ja schon ein wenig darüber, dass die Klasse allgemein als schwierig angesehen wird. Eine fünfte Klasse!
Wenn es schlecht läuft, werden sie diesen Ruf sehr lange Zeit nicht mehr los.

Da ich mir ja aber vorgenommen habe, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen, habe ich die Doppelstunde für morgen so geplant, dass ich die Zügel etwas lockerer lasse.  Die Schüler werden morgen also keine 90 Minuten rumsitzen und gelangweilt irgendwelche Aufgaben lösen. Stattdessen dürfen sie sich auch mal bewegen und gelangweilt Aufgaben abarbeiten.

Nein. So stelle ich mir das natürlich nicht vor.
Das Thema der morgigen Stunde werden Bildergeschichten sein. Und wie soll es anders sein: es wird um eine Geschichte von Vater und Sohn gehen. Da das Ziel der Unterrichtseinheit eine eigene kleine Geschichte sein wird, soll ein langsames Herantasten stattfinden. Bild für Bild soll entdeckt und auf Besonderheiten geachtet werden. Aber die Schüler dürfen auch kreativ werden: sie sollen ein eigenes Ende der Geschichte entwerfen und aufmalen.
Bei einem Galerierundgang dürfen sie das (inhaltlich) gelungenste Werk prämieren.

Mir ist durchaus bewusst, dass die gesamte Stunde heftig vor dem Baum fahren kann. Denn spätestens wenn sich die Schüler durch den Raum bewegen, wird es schon mit den Namen wieder schwierig. Aber den Schülern eine Bildergeschichte vorlegen, Merkmale erarbeiten und sie dann stupide eigenständig schreiben lassen, war mir einfach zu blöd.
Und ich bin wirklich gespannt, welche alternativen Enden für die Geschichte so in ihren kleinen Köpfchen schlummern.

Ich habe jedenfalls eine lautstarke Fahrradhupe im Rucksack dabei, damit ich gar nicht erst anfange zu versuchen, gegen 24 Schüler anzubrüllen, wenn alles aus dem Ruder läuft. Drückt die Daumen, dass ihr Einsatz nicht von Nöten sein wird!

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8 Gedanken zu „Es wird wieder ernst…

  1. Ich würde den Schülern auch gleich zu Beginn mitteilen, dass sie jetzt die Chance haben, ihrem Ruf mal nicht zu folgen und dass du ihnen eine Chance gibst. Und sobald sie dir querschießen, dass du dann andere Maßnahmen ergreifen wirst.
    Und lass sie doch Namensschilder an die Klamotten kleben. Dann kannst du das beim rumlaufen besser sehen.

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    1. Nein, das würde ich in dem Fall nicht. Denn das ist Gerede von Lehrkräften. Als so schlimm empfand ich die Klasse nie – daher weiß ich auch nicht, inwiefern sie über ihren „Ruf“ informiert sind. Wenn ich denen zu Anfang der Stunde erzähle, wie die anderen Lehrer sie sehen, lege ich mir eher selbst ein Ei.
      Dafür müsste ich erstmal wissen, welche Maßnahmen es schon gab. Ich kann ja auch nichts androhen ohne zu wissen, inwieweit das umsetzbar ist. Oder schon lief.

      Das mit den Namensschildern überlege ich mir noch. Da die Phase beim Rumlaufen nicht allzu lang ist und ich ja vorher noch ein bisschen Zeit habe, sie dranzunehmen, kenne ich dann vielleicht auch den ein oder anderen Namen besser. Zur Not „nein, du im roten Tshirt. Was gefällt dir am besten?“ 😀

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      1. Achso. Ich habe momentan aber so eine 6. Klasse. Die müssen bei den meisten Lehrern nur noch stupide abschreiben, weil unterrichten kaum möglich ist. Ich hatte sie dann am Freitag tatsächlich so weit, dass ich normal unterrichten konnte, mal schauen wie es diese Woche läuft. Aber ich würde das dann auf jeden Fall so im Kopf behalten und wenn es massive Störungen fragen: ob sie wirklich so auf ihre Lehrer wirken würden und sofort einschreiten. Leider ist das total schwer, da kann ich ein Lied davon singen.

        tshirt Name mache ich auch gerne mal 😀

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      2. Sowas ist total schade. Für alle Beteiligten. Allerdings müssen auch alle Beteiligten daran Interesse haben, etwas zu ändern. Und wenn die Schüler das nicht schaffen, dann haben sie halt leider Pech.
        Ich drücke die Daumen, dass du weiterhin normal unterrichten kannst und das kein einmaliges Ding war.

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  2. Wenn ich einen kleinen Tipp loswerden darf: Kläre am besten, bevor sie durch den Raum laufen dürfen, ab, welches Verhalten du von ihnen erwartest: Also wie sollen sie sich durch den Raum bewegen und wie eben nicht? Sowas kann man auch gerne als kleines Plakat an die Tafel kleben. Das sorgt ungemein für Transparenz und die Schüler wissen sofort, was von ihnen erwartet wird. Denn ein einfaches „Lauft mal rum“, um es zugespitzt zu formulieren, kann oft daneben gehen. Klare Erwartungen schaffen da Transparenz.
    Ich habe hierzu einen Artikel zum Thema „Classroom Management“ verfasst, indem auch ein Bild mit Erwartungsplakaten eingefügt ist. Falls es dich für weitere Klassen oder Vorgehensweisen interessiert, schaue da gerne mal vorbei 🙂

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