Sprecherziehung…

…oder: Mit gesunder Stimme durch den Schulalltag.

Zwei Tage Seminar liegen hinter mit. Es war ein wenig wie eine Reise in die Vergangenheit. Insgesamt trafen drei verschiedene Jahrgänge aufeinander. Unknown
In unserer kleinen, aber feinen Gruppe waren es jedoch nur zwei. Mein alter und mein neuer Jahrgang. Von dem dazwischen wollte bei uns anscheinend keiner mitmachen.
Glücklicherweise traf ich in dieser Gruppe auf Leute aus dem alten Jahrgang, die ich wirklich mag. Und so gab es jede Menge zu lachen.
Albern sein können wir!

Gut war, dass nicht noch mehr Leute dazukamen. Denn Sprecherziehung macht nur in kleinen Gruppen wirklich Sinn. Und wir hatten das große Glück, dass wir tatsächlich nur sieben Leute waren!
So hatte die Referentin für jeden Teilnehmer immer ein Ohr, konnte auf Fragen und Anregungen eingehen und man fühlte sich gut aufgehoben.
Neben Atemübungen erprobten wir verschiedene Lockerungsübungen für das Gesicht und den Kieferbereich, erlernten Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung und trainierten natürlich auch unsere Stimme.

Neben all den kleinen Übungen gab es eine Sequenz, in der wir einen Text vorlesen sowie eine kurze Unterrichtseinheit vortragen mussten. Bei letzterem dann mit Ton und Bild. Es war schon wirklich seltsam, sich da stehen zu sehen und mit imaginären Schülern und Schülerinnen zu kommunizieren. Ein weiterer Vorteil dieser kleinen Gruppe war jedoch eine Entspanntheit im Umgang miteinander. Das war vor allem bei dieser Videosequenz ein großer Pluspunkt. Wir kennen uns, wir mögen uns und so konnte sich jeder sehr frei vor die Gruppe stellen. Die positive Dynamik bemerkten auch die Referentinnen und waren sehr angetan.

Die zwei Tage waren sehr intensiv. Einiges ist sicherlich schnell wieder vergessen (kann aber natürlich in den Begleitmaterialien nachgelesen werden), anderes bleibt hoffentlich im Kopf und findet auch regelmäßig im Alltag Verwendung. Gerade so Kleinigkeiten, die helfen, alles zu entspannen, sind sehr nützlich. Ein wenig das Gesicht ausstreichen, den Kiefer entlang abklopfen, Wangen aufblasen und Luft mit einem sanften blobb entweichen lassen. Sich darauf konzentrieren, einen festen Stand zu entwickeln, sich gerade hinzustellen und dem Ton eine ordentliche Resonanz zu ermöglichen – dann ist auch lautes Sprechen kein Problem, da die Kraft aus dem Bauch und nicht aus dem Hals heraus kommt.
Es braucht nicht viel, um auf seine Stimme aufzupassen. Und es ist so unheimlich wichtig, da sie unser alltägliches Werkzeug ist, welches wir unser gesamtes Berufsleben brauchen werden.
Zusätzlich zu all den Informationen zur Stimme und den Techniken, sie zu trainieren, gab es ein großes Plädoyer der einen Referentin. Wir sollen uns als Referendare nicht verheizen lassen, wir müssen auf uns aufpassen, da es sonst niemand tut. Und gleichermaßen sollen wir Ressourcen schonen, indem wir Kontakte knüpfen und im Team arbeiten. Denn Einzelkämpfer haben es deutlich schwerer im Leben.
Wir diskutierten die Unterschiede zwischen Wirtschaft und Bildung, was Supervision angeht; Coaching und Verteilung der Ressourcen. Denn während in der Bildung die Menschen verheizt werden, ist in der Wirtschaft inzwischen aufgrund des Fachkräftemangels (den es eigentlich auch in der Schule gibt) die Ressource Mensch immer weiter in den Mittelpunkt gerückt.
Wir kamen zu dem Schluss, dass sich etwas ändern muss. Und zwar dringend.
Sie hofft, dass mit einer neuen Generation und dem bald anstehenden Generationenwechsel auch mal endlich frischer Wind in die Lehrerzimmer von morgen kommt.

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4 Gedanken zu „Sprecherziehung…

  1. So ein Seminar hätte ich auch gerne gehabt. Das ist echt goldwert und im Schulalltag brauchbar. Merke immer wieder, dass ich meine Stimme überstrapaziere. Und dann wundert man sich am Ende des Schultages, dass man iwie ein bisschen heiser ist und die Stimme belegt ist. Egal, was man an Leisezeichen hat, so ist doch die Stimme das wichtigste Werkzeug, was man hat. Das merkt man dann oft erst, wenn man mal heiser vor der Klasse steht^^ Würde mich freuen, wenn du vielleicht noch ein paar Tipps mit uns teilst 😉 Liebe Grüße Mary 🙂

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    1. Ich weiß ja nicht, in welchem Bundesland du bist, aber uns wurde gesagt, dass es sogar für die Schulen angeboten wird. Die Schulämter haben nen gewisses Budget, die Lehrer zahlen nichts. Aber halt nur, wenn das Schulamt sein okay gibt.
      Ich werde mal versuchen, noch ein paar Dinge zusammenzukriegen. Ich finde das bei solchen Übungen nur teilweise schwer zu beschreiben. Vielleicht gibts ja noch YouTube Videos zur Untermalung. Ich werde mich mal schlau machen 🙂

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      1. Das wäre super 🙂 Bin gerade aus dem Ref in NRW raus und hoffe demnächst eine feste Stelle zu bekommen. Werde das mal im Hinterkopf behalten 😉

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