Kaubonbons

… oder wie man Kindern die Zähne zieht.

Frau Lotta wollte heute ihren Schülern eine Kleinigkeit zum Kindertag mitbringen.
Also ging Frau Lotta vor der Schule noch in den Supermarkt und besorgte Kaubonbons.

Während meine Fünftklässler an ihrer Bildergeschichte schrieben, ging ich herum und verteilte jedem Schüler Kaubonbons. Zum Kindertag, schließlich muss man das ja mal würdigen. Ich hätte mich als Schülerin auch sehr gefreut.
Doch plötzlich rief ein Schüler.
Frau Lotta! Frau Lotta. Schnell! Mein Zahn steckt in dem Kaubonbon. 

Und da saß der kleine Max und hielt den Kaubonbon in der Hand. In diesem Kaubonbon steckte sein Backenzahn und Max blutete aus dem Mund. Aufgeregtes Getuschel in der Klasse war die Folge. Ich war erstmal ganz schön perplex.
Dann schickte ich Max ins Bad, um seinen Mund auszuspülen, gab ihm ein Taschentuch für den Zahn (und Kaubonbon) und eines, um drauf zu beißen, falls die Blutung nicht nachlassen sollte.
Es war jedoch schnell alles wieder gut.

In der Unknownnächsten Stunde hatte ich meine Sechstklässler. Auch für sie waren noch Bonbons übrig. So verteilte ich auch hier während einer Arbeitsphase die Bonbons. Und ich erzählte ihnen die Geschichte aus der Stunde davor. Ich bat sie, die Bonbons vielleicht erst kurz etwas zu lutschen. Allgemeines Gelächter war die Folge. Es ist ja auch eine amüsante Anekdote.
Bis plötzlich ein leises Stimmlein erklang: Frau Lotta. Ich glaube, mir ist auch ein Zahn rausgefallen.
Die kleine zarte Luise saß ganz bedröppelt auf ihrem Platz. Auch sie wurde ins Bad geschickt, auch bei ihr war das kein größeres Problem.
Ich konnte nur noch lachen.
Zwei Klassen, zwei rausgefallene Zähne.

 

Vielleicht sollte ich am nächsten Kindertag doch lieber etwas anderes mitbringen. Aber immer nur Gummibärchen fand ich irgendwie doof.
Mein Mann bekam daheim direkt eine Kostprobe – wirklich hart sind die Kaubonbons nicht. Wenn der Zahn allerdings schon einmal wackelt, dann ist es wohl ein leichtes, sie damit zu ziehen.
Die Fidget Spinner auf dem Foto habe ich übrigens für die Zeit des Unterrichts einkassiert. Und selbst heimlich damit geübt.

 

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2 Gedanken zu „Kaubonbons

    1. Ich weiß gar nicht, ob ich muslimische Schüler habe. Andererseits hätte ich drauf vertraut, dass sie im Zweifel etwas sagen. Dann hätten sie das nächste Mal noch etwas anderes bekommen.
      Oder ich bleibe einfach bei Kaubonbons. Früher oder später müssen die Zähne ja eh raus 😇
      Backen ist auch wieder schwierig. Dann lebt ein Kind möglicherweise vegan oder ist auf was weiß ich denn allergisch. Alles nicht mehr so einfach heutzutage.

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