Ein zweites Zuhause

Am zweiten Tag meines Neustarts spazierte ich nach Hause und sagte meinem Mann, dass ich die Schule mag. Und dass es sich ein wenig wie ein zweites Zuhause anfühlt.

Jetzt, einen Monat später, hält dieses Gefühl noch immer an. Und niemand kann es so genau erklären.
So führte ich vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einer Kollegin und teilte ihr mit, dass ich mich sehr gut aufgehoben fühle, dass das Kollegium wirklich nett und die Atmosphäre toll ist. Laut ihrer Aussage sagen das wohl sehr viele Kollegen und Referendare. Die meisten Referendare, die an dieser Schule ausgebildet wurden, wollen am Ende gar nicht mehr gehen. Doch woran genau das liegt, lässt sich kaum benennen. Was sehr schade ist, sonst könnte man das in andere Schulen übertragen.

Die Ausstattung ist miserabel, es ist schon ein Wunder, wenn ein funktionierender Overheadprojektor im Klassenzimmer steht. Die Lage der Schule ist auch eher weniger schön – mitten zwischen Plattenbauten. Barrierefrei ist die Schule auch (noch) nicht. Die Toiletten sind sehr heruntergekommen (Renovierung steht aber in den Ferien an).
Doch irgendwie macht das Kollegium viel wieder wett. Dabei bin ich noch lange nicht eingeschlossen in all das, was so vorgeht. Sehe immer noch Lehrer zum ersten Mal im Lehrerzimmer. Und Namen…naja. Die wichtigsten kenne ich inzwischen. Auch wenn an den ersten beiden Tagen kaum ein Kollege mit mir gesprochen hat (außer die, mit denen ich direkt zu tun hatte), fühlte ich mich wohl.
Natürlich geht es auch dort mal hoch her, wenn in den Dienstberatungen Missstände angesprochen werden. Aber allgemein habe ich den Eindruck, dass es ein relativ engagiertes Kollegium ist. Und das macht wirklich Spaß!

 

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4 Gedanken zu „Ein zweites Zuhause

  1. Ich denke, fast jedes Arbeitsklima steht und fällt mit den Kollegen. Wenn die Einstellung stimmt, unterrichtet man in ‚unzumutbaren‘ (technischen) Zuständen trotzdem mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Stress von außen überträgt sich so gut wie immer aufs Klassenzimmer/Arbeitsalltag.

    Klingt alles sehr schön bei euch 🙂

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    1. Ich frage mich nur, wieso es an anderen Schulen häufig so anders läuft. Und an dieser Schule immer dieser positive Eindruck entsteht.
      In der alten Schule saßen in der Pause bspw. viele Lehrer im Lehrerzimmer und meckerten. Es wurde auch nett geplaudert, aber oft über Schüler gemeckert. Teilweise sogar richtig über sie hergezogen. Das gibt es jetzt bestimmt auch, aber so heftig habe ich es bisher nicht wahrgenommen.
      Und wer weiß, vielleicht ändert sich mein Eindruck ja auch noch.

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      1. Weil an den anderen Schulen eben jemand anfängt das negativ auszuleben („Hast du das über X gehört? Das und das geht mal gar nicht bei Y! Also Klasse Z …!!!“) und alle anderen machen mit. Wenn die Kollegen aber grundlegend anders an die Arbeitssituation herangehen, dann sollte es sich schlicht auf alle auswirken, dass die negativen Situationen gar nicht erst entstehen.

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