Kapitulation

Ich habe heute vor der Technik kapituliert.

Vom digitalen Lernen war das heute weit entfernt. Eigentlich wollte ich meiner 5. Klasse ermöglichen, ihre geschriebenen Geschichten am PC zu überarbeiten.
Der eine Computer wollte nicht angehen, bei einigen Laptops waren die Desktops voller Verknüpfungen zugemüllt.
Dann hatten Schüler ihren USB Stick vergessen. Vom Laptop gibt es keinen Zugriff auf die allgemeine Datenablage der anderen Rechner. Nachdem ich ihnen also ihre Texte über meinen Stick auf den Laptop gezogen habe, wurde der dann plötzlich an einem anderen Computer nicht mehr erkannt.

Kurz: es war heute zum Kotzen.
Am Ende gab es Schüler, die ihren Text nicht im Unterricht überarbeiten konnten und dies nun zu Hause erledigen. Denn nachdem sie ihren Text mühevoll überarbeitet hatten, entschied sich Windows plötzlich, ein Update durchzuführen.

Ich bin gerne bereit, Schüler an Technik heranzuführen und außerhalb des Medienkunde Unterrichts mit ihnen daran zu arbeiten, Texte in Word zu verfassen, aber dann muss die Technik auch funktionieren.
Aktuell kapituliere ich allerdings vor der miserablen Ausstattung und werde zumindest mit so kleinen Klassen nicht wieder am Computer arbeiten.

(Dummerweise bin ich mit den Strukturen auch nicht ganz vertraut. Ich weiß nicht, wer für das alles zuständig ist. Soweit ich aber weiß, muss das der Informatiklehrer machen. Der bei weitem nicht die Kapazitäten hat, sich um all das ständig zu kümmern.)

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16 Gedanken zu „Kapitulation

  1. […] Realisierbar wäre das, wenn ich einen Raum für mich hätte – wenn also Lehrerraumprinzip herrschen würde. Im Moment habe ich aber keine Möglichkeiten, etwas zu ändern. Ich bin als Lehrer ständig „auf der Flucht“. Ich wechsle die Räume (und eventuell auch Gebäude) – jede Stunde bzw. Doppelstunde. In den Pausen versuche ich dann auf die Schnelle technische Gerätschaften zu organisieren und vor allem, die veralteten Geräte auch zum Laufen zu bekommen. Wie nervig und oft genug auch erfolglos das sein kann, beschreibt Lotta im Ref sehr gut in ihrem Blogartikel Kapitulation. […]

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  2. Das gleiche in grün kenne ich von meiner aktuellen Schule. Medienkompetenz ist angeblich ganz wichtig, in jedem Jahrgang gibt es Räume mit Smartboards, aber die vorhandenen Laptops sind in deinem extrem desolaten Zustand, es werden verschiedene Betriebsysteme verwendet, die nicht zwingend miteinander sprechen, undundund…
    So nervig!

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    1. Dann sind da schon Sachen, aber irgendwie nicht richtig, ne? Das finde ich fast frustrierender, als wenn gar nichts da wäre.
      Das Problem war ja, dass der PC Raum nur 18 Arbeitsplätze hat. Ich habe aber 24 Schüler. Die anderen brauchten halt Laptops. Und damit ging heute echt gar nichts. Ärgerlich!

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  3. Und warum ist das so? Weil die Informatiklehrer das machen sollen (neben dem eigentlichen Beruf und oft ohne jegliche Entlastung), wofür man in „normalen Firmen ähnlicher Größe“ Experten in Vollzeit bezahlen würde…

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    1. Genau.
      Ich hoffe, dass der Satz am Ende nicht klingt, als würde ich das erwarten. Im Gegenteil – ich habe großen Respekt vor dem, was sie leisten sollen. Empfinde es aber der heutigen Zeit nicht mehr angemessen.

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      1. Nein, war alles gut zu verstehen. Aber ich wollte es nochmal unterstreichen. Ich bin Informatiklehrerin und habe das Glück mich nicht darum kümmern zu müssen. Wir haben externe Firmen, die uns unterstützen – und trotzdem bleibt noch genug an uns hängen, was mich immer wieder ärgert. Immerhin haben wir eine Schulleitung, die weiß, dass wir da viel Zeit rein investieren und die versucht uns das abzunehmen…

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    2. Genau so ist es. Mir tut der betreffende Kollege immer leid, weil der nur Fehlermeldungen nachjagen kann. Plus, dass wer auch immer regelmäßig willkürlich irgendwelche Verkabelungen auseinander reißen – der nächste Kollege klagt dann wieder über nicht funktionierende Monitore/Tastaturen/Lautsprecher, etc. :/

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  4. Jopp, same here. Wollte meine SuS zum Thema Australia mal den Onlinetest machen lassen, inwiefern sie dort als Einwanderer willkommen wären. Wie auch immer, 22 Sus, die eigentlich jeder alleine hätten arbeiten sollen, maximal zu Zweit. Aber wie es immer so ist: von den 25 Rechnern bleiben 3 Monitore schwarz (bei einem konnte ich das Problem beheben), 4 Rechner fuhren gar nicht erst hoch oder muckten mit Fehlermeldungen. Während an funktionierenden Rechnern SuS bereits die Hälfte des Recht langen Tests durchgeführt hatten, zogen andere noch von Rechner zu Rechner auf der Suche nach einem funktionierenden solchen. *tilt* Ich hetzte während dessen natürlich wie wild zwischen unterschiedlichen Brandherden hin und her. Stunde jedenfalls im A…..
    So läuft es halt sehr oft, weswegen ich solche Projekte nur noch ungern ins Auge fasse. (Toll ist dann natürlich, wenn man vorgeworfen bekommt, man würde sich in Sachen digitalen Unterrichts nicht genug trauen… ist klar…)

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    1. Herrlich! Exakt so sah es bei mir aus. Man probiert Schüler x zu helfen, während Schülerin y ungeduldig wird und dann eben beginnt, Unfug zu machen.
      Gerade in den kleineren Klassen ist das echt kompliziert.
      Dass du dann aber vorgeworfen kriegst, mit denen nicht genügend digitalen Unterricht zu machen, ist echt ne Sauerei. Solange die Ausstattung kacke ist, geht’s halt nicht.

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      1. Ja. Ich habe, ehrlich gesagt, auch gar keine Lust mehr auf den Krampf mit den PC-Räumen. Ich habe echt schon ganze Stunden platzen sehen. Weiß noch, wie Kollegin zum Einstieg ein 5minütiges Video zeigen wollte. Dafür extra Raumwechsel. Und dann funktionierten die Lautsprecher nicht. Sie versuchte es, ich versuchte es, technikaffiner S versuchte es – irgendwann und irgendwie kriegten wir es dann hin. Da waren aus den angedachten 5 Minuten irgendwas um die 20 geworden. Das ermutigt so richtig zum Technikeinsatz. 😉
        Ich habe mir für sowas zwar ein eigenes Notebook zugelegt, das ich mit den in jedem Klassenraum hängenden Beamern verbinden kann, aber bei meiner eh schon schweren Tasche überlege ich doch recht oft, ob der Beamereinstieg jetzt so kriegsentscheidend ist, dass ich noch das Notebook mitschleppe… 😐

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      2. Ich hatte letztens das Gespräch mit meiner Fachleiterin und ner Referendarin. Da ging es darum, Videos für den Unterrichtseinstieg zu zeigen. Da habe ich auch klipp und klar gesagt: ja, wenn die Technik da ist. Aber eine einminütige Sequenz? Dafür baue ich die Technik garantiert nicht auf.
        Hätte ich überall Beamer hängen, wäre es was anders. Hab inzwischen nen MacBook Air, nen iPad und Bluetooth-Lautsprecher. Das ist alles nicht schwer, damit ginge sowas schnell. Aber in meiner jetzigen Schule müsste ich vorher noch immer nen Beamer organisieren. Und das sehe ich nun wirklich nicht ein.
        Und dein Beispiel zeigt ja: am Ende macht man sich dann doch die Mühe und wird auch dafür nicht belohnt, weil es einfach nicht klappen will.

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      3. Beamer haben wir überall, aber es scheitert noch an einer Verbindung zwischen Tablet und Beamer. *tilt* Etliche Kollegen probieren sich derzeit durch verschiedene Lösungen (kostet ja alles nix *frotzel* ;)).

        Mein Notebook ist eigentlich auch handlich und klein, aber es addiert sich gewichtsmäßig halt zum Rest dazu.

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      4. Hach. Neid. Inwiefern ich das iPad verbinden könnte (!) weiß ich gar nicht, weil ich es nie probiert habe. Mit dem Mac brauchte ich halt meinen Adapter, aber das ging gut.
        Was das Schleppen angeht: ich kenne das Problem. Als ich noch deutlich weiter pendeln musste, hab ich mir das auch doppelt und dreifach überlegt. Dank stabilem Rucksack ging es meist. Weiterer Vorteil bei mir: zumindest in Frz. besitze ich die Bücher selbst. Heißt: sofern welche in der Schule vorhanden sind, die ich ausleihen kann, kann ich eines in der Schule lassen und daheim mit dem anderen arbeiten. Das erspart jede Menge Schlepperei.

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      5. Für die Verbindung braucht man entweder AppleTV (dann geht es drahtlos – AppleTV haben wir aber auch nur in ganz wenigen Räumen) oder einen Adapter – dann hängt das starre schwere Beamerkabel allerdings am Tablet, was ich als sehr hindernd empfunden habe.
        Ggf. gibt es auch noch die Möglichkeit via Dongle, aber da kenne ich mich (noch) nicht aus.
        Rucksack habe ich eigentlich auch…aber ich liebe meine tolle Lederlehrertasche mit dem farbigen Innenfutter. 😐 (Sch… auf den Rücken, wenn die Tasche doch so toll aussieht ;´-))

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