Unterrichtsbesuche – es wird wieder ernst

Das Schuljahr ist noch keine zwei Wochen alt und dennoch habe ich bereits in beiden Fächern einen Unterrichtsbesuch hinter mir.
Unterrichtsbesuche, wie sie unterschiedlicher nicht hätten laufen können.

In Französisch wurden direkt drei Stunden hospitiert – drei! Es war nicht nur nervlich, sondern auch körperlich unheimlich anstrengend. Daheim fiel ich dann tatsächlich ersteinmal in komatösen Schlaf.

Das hing wohl auch damit zusammen, wie es gelaufen ist: ziemlich miserabel. Und das liegt nicht nur daran, dass ich besonders kritisch oder sehr ehrgeizig bin. Es lief einfach nicht. Ich meiner schriftlichen Reflexion, die ich im Anschluss verfasst habe, klingt es unter anderem so: „Ich war ab diesem Moment nicht mehr in der Lage, Ordnung in das selbst verursachte Chaos zu bringen.“

Das mag sehr hart klingen, aber es ist die Wahrheit. Unsere Verantwortliche für Ausbildung saß in dieser Stunde ebenfalls drin. Sie empfand die Reflexion als sehr ehrlich und würdigte sie dahingehend, dass genau diese Reflexionsarbeit der erste richtige und wichtige Schritt zu einem guten Lehrer ist.

Ganz anders lief es in Deutsch. Die Stunde war rund und lief der Planung gemäß ab. Doch auch hier kristallisierte sich eine Baustelle heraus: das Unterrichtsgespräch.
Und ich sehe es ähnlich wie @SebDann.

Und diese Königsdisziplin beherrsche ich eindeutig noch nicht. Meine Fragestellungen führen die Lerner nicht dahin, wo ich sie gerne haben möchte. Und sie fordern sie nicht auf, sich länger in größeren Zusammenhängen zu äußern. Ein Aspekt, den mein Fachleiter zurecht bemängelte. Ich muss also weg davon, dass mir Schüler zerhackte Feststellungen liefern und dahin, dass sie logisch, strukturiert und zusammenhängend Äußerungen formulieren. Das fühlt sich momentan wie eine große Mammutaufgaben an.

Allgemein fühlt sich der Kurs wie eine Mammutaufgabe an. Wie ein unbezwingbarer Berg. Aller bisherigen Vorbereitung zum Trotz. Ich habe Ideen, weiß, welche Texte gelesen werden sollten. Und dann sitze ich da und habe Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, wie ich die zweimal 90 Minuten in der Woche füllen soll. Wie ich sie so füllen soll, dass für die Schüler am Ende auch ein Lernertrag steht. Auch wenn Ideen da sind – es mangelt an der konkreten Umsetzung.

Daher ist das Ziel für die nächste Zeit, verstärkt mit meinen Mentoren zusammenzuarbeiten. Dafür sind sie ja da. Bisher lief nur so viel drunter und drüber und musste sich einspielen, dass das etwas untergegangen ist.

Und noch immer hängt das Damoklesschwert Lehrproben über mir. Nach wie vor habe ich (im Gegensatz zu einigen anderen) keinen Termin. Das bedeutet zwar, dass ich nicht in nächster Zeit rankomme, bedeutet aber im blödesten Fall (und danach sieht es aus) kurz nach den Herbstferien dranzukommen. Ferien, die ich momentan sehr dringend brauche, da die Erholung in den Sommerferien schon gleich null war.

Aber es gibt auch positive Dinge: meine Hausarbeit ist fertig und wird noch heute im Studienseminar abgegeben. Dann ist der große Berg wenigstens weg. Und meine ehemalige Mentorin der alten Schule freut sich sogar schon drauf, die Arbeit zu bewerten. Da habe ich sogar Hoffnung, auf eine nicht ganz so schlechte Note 🙂

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2 Gedanken zu „Unterrichtsbesuche – es wird wieder ernst

  1. Wie gut ich das alles noch kenne.
    Ich hab mein Ref im April beendet und hatte auch die ewige Baustelle Unterrichtsgespräch in Deutsch.
    Da haben mir aber die KuK auch gesagt, dass das etwas ist, was sich schwer in 1,5 Jahren lernen lässt.
    Man erlernt es eher mit der Erfahrung dann später.

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    1. Ich schätze meine FL so ein, dass die das ähnlich sehen. Mir wurde das auch nicht zum Vorwurf gemacht, aber es ist eben ne Baustelle.
      Problematisch ist auch die sehr redefaule Klasse. Da kann ich noch so gute Fragen stellen oder Antworten aufnehmen und den Ball zurückspielen – sofern keine Antwort kommt, kann ich damit eben auch nicht arbeiten.
      Aber auch da bin ich dran.
      Alles gar nicht so einfach.

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