Der Aufbau des Referendariats

Nach dem gestrigen Artikel kam es zu vereinzelten Verwirrungen, da ich von einer Lehrprobe sprach, die bei uns kaum Relevanz hat, während andere unter Lehrproben die Abschlussprüfung verstehen.

 

Deshalb soll es heute einmal um den allgemeinen Ablauf des Referendariats gehen, so wie ich ihn kenne und erlebe.

Beteiligte Personen
Am Studienseminar gibt es die Seminarleitung. Die ist zuständig für alle Organisatorischen Belange und Chef des ganzen Haufens. Dabei muss man unterscheiden zwischen der Person, die als Chef über allem steht und den anderen Beteiligten der Seminarleitung. Das sind die Leute, die mit uns allgemeine pädagogische Seminare abhalten und in unseren Lehrproben später als Vertreter der Seminarleitung über die Note entscheiden.
Ebenfalls am Studienseminar gibt es noch Fachleiter. Die geben unsere fachdidaktischen Seminare im jeweiligen Fach. Und sind neben dem Vertreter der Seminarleitung ebenfalls in den Lehrproben anwesend.

An der Schule gibt es eine Person, die für die Ausbildung von Nachwuchs verantwortlich ist. Das betrifft sowohl Referendare als auch Praktikanten. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Schulleitung und uns Referendaren. Sie ist als Vertretung der Schule ebenfalls in der Prüfung anwesend.
Außerdem haben wir an den Schulen Mentoren. Pro Fach ist das jeweils ein Mentor, den wir befragen können, wenn wir Probleme oder Fragen haben. Außerdem können die jederzeit bei uns mit im Unterricht sitzen, um uns Rückmeldung zu geben (gleiches gilt für die ausbildungsverantwortliche Person).

Prüfungen/Besuche
Unterrichtsbesuche:
Diese finden in unregelmäßigen Abständen, aber immer angekündigt statt. Sie sind nicht direkt mit einer Note verbunden und dienen einerseits der Beratung, andererseits auch zur Bestandsaufnahme für unsere Fachleiter. In der Regel sitzen auch nur die hinten drin, vereinzelt kann sich auch ein Mentor oder die Verantwortliche für Ausbildung dazugesellen. Die Anzahl der Unterrichtsbesuche kann variieren, ich glaube grob gilt eine Richtlinie von fünf Besuchen.

benotete Lehrproben:
Sie ähneln den Unterrichtsbesuchen mit dem Unterschied, dass diesmal am Ende eine Note steht. Außerdem sind Vertreter der Seminarleitung, Verantwortliche für Ausbildung, eventuell Mentoren und eben der Fachleiter anwesend.
Notenvorschläge kommen von der Schule (Mentor und Verantwortliche für Ausbildung) und vom Fachleiter. Die Entscheidung trifft jedoch die Seminarleitung.
In jedem Fach gibt es eine benotete Lehrprobe. Dabei ist darauf zu achten, dass eine in der Sek I und die andere in der Sek II stattfindet.

Prüfungslehrproben:
Die richtig wichtigen Lehrproben sind die Prüfungslehrproben. Die finden an einem Tag statt und wieder gilt: eine in der Sek I, eine in der Sek II. Ansonsten ähneln sie aber den benoteten Lehrproben, nur dass die Noten hier jetzt deutlich mehr Gewicht haben.

mündliche Prüfung:
Die gibt es natürlich auch noch. Zu einem Handlungsfeld von Schule (Motivation, Binnendifferenzierung und was weiß ich noch…) werden Thesen formuliert und darum dreht sich dann auch das Prüfungsgespräch.

 

Noten
Die Vornote

Die Vornote setzt sich zusammen aus den Beurteilungen der zwei Fachleiter, einer Beurteilung der Schule sowie der Einschätzung des Seminars. In die Beurteilung der Fachleiter fließt die Note der ersten Lehrprobe ein, die Mitarbeit im Seminar und die Eindrücke aus den Unterrichtsbesuchen.
Die Schule beurteilt ebenfalls den gesehenen Unterricht, das Engagement in der Schule usw.

Die Endnote
Sie setzt sich zusammen aus der Vornote (die übrigens fünffach gewichtet einfließt), der Note für die Hausarbeit, der Noten der Prüfungslehrproben sowie der Note für die mündlichen Prüfung.

Diese Aufschlüsselung zeigt deutlich, dass die Note für die erste benotete Lehrprobe tatsächlich keinen so sehr hohen Stellenwert hat. Allerdings kam heute im Gespräch mit anderen Referendaren heraus, dass diese Note dann auch oft der Note der Beurteilung entspricht. Aber auch damit könnte ich leben.
Denn selbst für die Endnote gilt: am Ende ist es nur eine Zahl auf Papier, deren Aussagekraft zu befragen ist.

 

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Ein Gedanke zu „Der Aufbau des Referendariats

  1. […] in meinem Köpfchen flattern schon länger eine Idee hin und her. Auf Twitter gibt es immer wieder Verwirrungen bei Begriffen wie Seminarleiter, Fachleiter usw. Auch Prüfungsabläufe und der Aufbau des Referendariats unterscheiden sich erheblich. Ich fände es wahnsinnig spannend, diese Sachen zu sammeln. In Form von (anonymen!) Gastbeiträgen. Dabei soll es gar nicht persönlich werden, sondern nur ein Überblick über die verschiedenen Abläufe und Begrifflichkeit gegeben werden. Ähnlich wie in diesem Artikel: Der Aufbau des Referendariats. […]

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