Das Referendariat: Schleswig-Holstein (GY)

Der Dank für die tolle Zuarbeit geht an Teacheridoo!
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– SCHULE –
Ab Tag 1 unterrichtet man durchschnittlich 10 Wochenstunden.
8 Wochenstunden erfolgen als eigenverantwortlicher Unterricht (= alleine), 2 Stunden sind von den Mentoren begleitet, also pro Fach ein Mentor, der sich pro Woche eine Stunde ansieht.
Daneben hospitiert man pro Woche je eine Stunde im Unterricht der beiden Mentoren.
Hinzu kommen die Mentorenstunden (pro Fach eine), in denen man die von den Mentoren gesehenen Stunden bespricht, Feedback erhält sowie Tipps.
Ansonsten nimmt man eben vollumfänglich am Schulleben teil.

– SEMINARE –
Mittwochs ist Seminartag. Man nimmt an Seminaren zu beiden Fächern sowie Pädagogik teil. Diese rotieren gleichmäßig durch, also ein Mittwoch im Monat Fach 1, ein Mittwoch im Monat Fach 2 und dritter Mittwoch Pädagogik. Damit bleibt ein Mittwoch im Monat zur freien Verfügung.
Die Seminare werden gestaltet von den sog. Studienleitern. Die Studienleiter von Fach 1 und Fach 2 sind automatisch auch die späteren Examensprüfer. Diese begleiten einen von Anfang bis Ende.
Man hat bei der Zuteilung zu diesen Studienleitern kein Mitspracherecht! Dies erwähne ich extra, da ich mir bei Twitter, als die ersten Probleme mit meinen Studienleitern auftraten, den Spruch „Augen auf bei der Seminarwahl“ anhören musste. – Man hat keine Wahl. Es erfolgt eine automatisierte Zuteilung, u.a. nach Region und Kapazitäten.

– UNTERRICHTSBESUCHE –
Die Studienleiter führen auch die sog. „Ausbildungsberatungen“ durch. Bei diesen wird nicht bewertet, sondern, so besagt es die Prüfungsordnung, „kollegial beraten“. Man zeigt seine Stunde, reflektiert anschließend eigenständig, ob die Hauptintention erreicht wurde, was gelungen war und wo man wie nachbessern würde, dann erfolgt die Rückmeldung des Studienleiters, das ganze wird schließlich schriftlich kurz dokumentiert und ein Beobachtungsschwerpunkt für die folgende Beratung vereinbart.
In den Fächern selbst erfolgen je 3 Beratungen, in Pädagogik nur 2.
Für jeden Unterrichtsbesuch ist ein ausführlicher Stundenentwurf anzufertigen, in dem die folgenden Bestandteile benannt oder ausführlich dargelegt werden: Thema der Einheit und der Stunde, Hauptintention, Aufbau der Unterrichtseinheit, zusätzlich angestrebte und zu fördernde Kompetenzen, Darstellung der Lerngruppe/Unterrichtlichen Voraussetzungen, Didaktische Entscheidungen, Methodische Entscheidungen, Stundenraster sowie sämtliches Material.

– MODULBESUCHE –
Die Seminare werden auch als Module bezeichnet. Modulbesuche bedeuten nichts anderes, als dass das gesamte Seminar mittwochs an der eigenen Schule zu Besuch ist und man dieses bewirtet sowie vor dem gesamten Seminar eine Stunde in einer eigenen Klasse zeigt.
Von diesen Modulbesuchen absolviert man während des Referendariats insgesamt 3 Stück (Fach 1, Fach 2, Pädagogik).

– PORTFOLIO –
Während des Referendariats ist ein Portfolio im Umfang von 10 Seiten reinen Texts anzufertigen, in dem man für jedes Semester die eigene Lehrtätigkeit darlegt und reflektiert.

– HAUSARBEIT –
Im zweiten Semester ist eine Hausarbeit im Umfang von etwa 20 Seiten zu verfassen, in der unter einer selbstgewählten Problemstellung eine Unterrichtseinheit geplant und durchgeführt und diese anschließend in der Hausarbeit evaluiert wird:
Alternativ kann man hier in SH das DAZ-Zertifikat machen. Man „opfert“ ein Semester lang alle freien Mittwoche für ein DAZ-Seminar und schreibt am Ende eine Klausur. (Das war meine Wahl, da ich Hausarbeiten-Schreiben hasse. ;-))

– EXAMEN –
Der Examenstag verläuft folgendermaßen:
1) Unterricht
a) Man zeigt nacheinander zwei Unterrichtsstunden, je eine in Fach 1 und Fach 2. Eine Stunde findet in SekI und die andere in SekII statt. (In welchem Fach man welche Sekundarstufe zeigt, ist einem selbst überlassen.)
b) Nach einer kurzen Pause trifft man mit dem Prüfungskommittee zusammen und reflektiert die beiden gezeigten Stunden.
c) Anschließend beraten sich die Prüfer und man erhält die Info, ob die Prüfung an diesem Punkt beendet ist oder es weiter geht. –> Werden beide Stunden mit „mangelhaft“ oder eine mit „ungenügend“ bewertet, gilt die Prüfung als nicht bestanden und die weiteren Prüfungsteile entfallen.

2) die „PFDS-Aufgabe
Man erhält ein Fallbeispiel aus dem Bereich Pädagogik, Fachdidaktik, Diagnostik oder Schulentwicklung, hat dann 30 Min Vorbereitungszeit, um in den nachfolgenden 30 Minuten zu diesem Fallbeispiel geprüft zu werden.

3) Prüfungsgespräch zum Portfolio
Auf Basis des erstellten Portfolios erfolgt ein 45-60minütiges Gespräch zur Lehrtätigkeit insgesamt sowie zum Schul- und Dienstrecht.

Insgesamt geht dieser Prüfungstag mit allen Teilen und Pausen und Besprechungen der Prüfer von ca. 8-15 Uhr.

Wie genau sich die Abschlussnote errechnet und wie teacheridoo das System einschätzt, könnt ihr hier lesen: Referendariat in SH.

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